- in Kürze -

Mai 2024

Freitag 24.5.2024 17:00 Uhr ,,Vorabend" der Konfirmation, Gottesdienst mit Abendmahl
Pastor Dr. W. Lategan > (die Angabe Samstag 25.5 im Gemeindebrief ist ein Druckfehler)

Sonntag, 26.5.2024 11:00 Uhr Konfirmation vor Burg Hardenberg
Pastor Dr. W. Lategan

Sonntag, 26.5.2024 14:00 Uhr Synodalverbandstag in Eddigehausen
Pastor Völker/Pastorin Persch

 

 


Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder. (Psalm 98, Vers 1)

Liebe Leserin, lieber Leser!

Singet dem Herrn! Gott heißt „Herr“ in unserem Text. Im Original steht dort der Gottesname, der im Judentum wegen seiner Heiligkeit nicht ausgesprochen wird. Stattdessen sagt man „Adonai“ das heißt „Herr“. Aber manche tun sich schwer damit, Gott als „Herrn“ anzureden. Jedoch: Gott hat viele Namen – schon im Alten Testament wird er unterschiedlich genannt: Zebaoth z.B. Herr der Heerscharen oder „Elohim“.

Wir haben viele Möglichkeiten, ihn anzusprechen. In einem modernen Kirchenlied singen wir den Refrain: „Schön sind deine Namen, Halleluja, Amen.“

Vater dürfen wir Gott nennen. Oder auch Jesus Christus. Jesus Christus ist ein Teil der dreieinigen Gottheit,  zusammen mit „Vater“ und „Heiligem Geist“. In ihm hat sich Gott offenbart. In ihm ist er Mensch geworden. Wenn wir Jesus als Gott ansprechen, dann können wir fragen: Welche Wunder hat er denn getan?

Da fallen uns auf Anhieb viele Beispiele ein: Er hat Wasser zu Wein gemacht. Er hat Kranke geheilt. Aber das größte Wunder ist seine Auferstehung von den Toten. Das feiern wir Ostern: der Tod ist besiegt. Das ist schon ein guter Grund zum Singen.

Wir sprechen Gott auch als „Heiliger Geist“ oder „Heilige Geistkraft“ an. Das können wir seit Pfingsten.

Wie Flammenzungen kam der Geist auf die Jüngerinnen und Jünger. Das Pfingstwunder: alle sprechen so, dass sie einander verstehen können. Der Geburtstag von Kirche. Am Pfingstmontag an der Leisenberger Kirche haben wir es gebührend besungen: mit Posaunenschall!

Auch bei uns hier am Anfang des 21.Jahrhunderts tut Gott Wunder.

Die kleinen – ganz persönlichen – Wunder fallen mir ein. Die glückliche Geburt eines Kindes. Die Gesundung nach langer schwerer Krankheit. Das Finden einer neuen Arbeitsstelle nach Monaten des Zweifelns.

Oder die ganz kleinen Wunder: Der Abendstern am klaren Winterhimmel. Das Veilchen, das im Frühling blüht. Die Melodie von „Claire de Lune“ von Debussy. Die winzigen Wunder: Der schöne Ton in meinem Ohr. Der Geruch von frischem Obst. Oder der leichte warme Wind auf der Haut.

Alles das sind Gründe, dankbar zu sein. Aber Singen? Das tut man nur, wenn man die Wunder auch als Wunder Gottes wahrnimmt.

Achtsamkeit ist dazu nötig! Achtsamkeit auch auf das kleinste Wunder Gottes.

Dann zurück vom Kleinen zum ganz Großen! Die Schöpfung Gottes als Mutter. Die Welt, wie sie uns umgibt. Siehe, sie ist sehr gut!

Braucht es bei all den Wundern noch die Aufforderung – den Befehl? „Singt dem Herrn“, das klingt schon fast militärisch:

„Helm ab zum Gebet!“ Da fühle ich mich schon unter Druck gesetzt. Muss man Gott loben?

Ich denke: Wenn man achtsam ist, ergibt sich das Lob von selbst! Vom Großen zum Kleinen. Vom Kleinsten zum ganz Großen.  Und Loblieder gibt es ganz viele! Auch in der Bibel.

In Exodus 15 z.B. das Mirjam-Lied nach der Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten: „Singt dem Herrn, denn hoch hat er sich erhoben, Pferd und Reiter hat er ins Meer geschleudert.“ Eines der ältesten Lieder, die wir kennen – einer der ältesten Texte unserer Bibel.

Oder im Liederbuch der Bibel – den Psalmen: Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar. Natürlich Psalm 23 – viele kennen ihn auswendig!

Das Lied der Maria – das Magnificat – aus dem Lukas-Evangelium: Magnificat, anima mea – Meine Seele erhebe den Herrn! denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und des Name heilig ist. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößt die Gewaltigen vom Stuhl und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen.

Ergänzt werden diese Lieder aus unserem Glaubensbuch seitdem durch Loblieder aus 2000 Jahren.

„Du meine Seele singe, wohlauf und singe schön.“ e ein Lied von Paul Gerhardt aus dem Jahre 1653 !

„Ich sing dir mein Lied – in ihm klingt mein Leben. Die Töne, den Klang, hast du mir gegeben! Dir sing ich mein Lied.“ Ein moderneres Kirchenlied aus Brasilien, das Fritz Baltruweit und Barbara Hustedt ins Deutsche übertragen haben.

Aus Taizé haben wir viele bekannte Lieder. Z.B.: „Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht. Christus, meine Zuversicht, auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.“

Glaubenslieder – Hoffnungslieder. Nicht nur aus dem Gesangbuch und den vielen Gesangsheften, die es im christlichen Bereich gibt.

Auch in der weltlichen Musik gibt es Hoffnungs- und Loblieder. „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh´n“ von Zarah Leander. „Und immer immer wieder geht die Sonne auf“  von Udo Jürgens. „Denn Dunkelheit für immer gibt es nicht.“ Oder von Udo Lindenberg „Hinter dem Horizont geht´s weiter.“ Hoffnungslieder, die wir auch im Gottesdienst singen könnten.

Gründe, Gott zu loben gibt es viele! Gelegenheit, Gott zu loben gibt es ebenso viele! Stimmen wir ein in das Lob – ganz von allein!

Herzlichst - Ihr D. Geiken

 

 

 

im Krieg ? - eine Friedensandacht zur Passionszeit

Lieber Leser, liebe Leserin!

„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ Römerbrief, Kapitel 12, Vers 21

Nur 1100 km sind es bis Lwiw. So fern und so nah ist uns die Ukraine. Seit mehr als einem Jahr tobt dort nun dieser schreckliche Krieg. In manchen Städten steht kaum noch ein Stein auf dem anderen. Besonders an der Grenze zu Russland. Menschenrechtsverletzungen
sind an der Tagesordnung. Erschüttert sehen wir Abend für Abend die Fernsehbilder aus der Ukraine. Nicht nur die Geflüchteten, die bei uns Schutz suchen, fragen sich: Wie soll das alles enden? Wird noch etwas übrig sein von den blühenden Städten und Landschaften in der Ukraine? Im Moment sieht es kaum so aus.
Was sagen wir den Menschen in der Ukraine und hier bei uns? Sie klagen ihr Recht auf unversehrtes Leben und auf Selbstverteidigung
ein, auf Freiheit und auf Demokratie.
Sie bitten uns: Helft uns, ihr könnt es doch! Wir brauchen eure Un t e r s t ü t z u n g , eure Hilfsgüter und eure Waffen, um uns und unser Land zu retten.
Wer will es ihnen verwehren?
„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem“, so schreibt es Paulus im Römerbrief. Was ist das  Gute, das wir in dieser Situation tun können? Wie können wir als Christinnen und Christen, die überzeugt für den Frieden einstehen,
Ja sagen zur Lieferung immer schwererer Waffen in die Ukraine?
Einerseits möchten wir uns nicht mitreißen lassen von der zweifelhaften Logik dieses Kriegsgeschehens. Andererseits wollen wir den Menschen und der Ukraine als souveränem Staat helfen, ihr Selbstverteidigungsrecht auszuüben und sich nicht vernichten zu lassen. Was tun, wenn Wandel durch Annäherung und Diplomatie nicht funktioniert, weil es auf russischer Seite keinerlei Verhandlungsbereitschaft gibt?
So bitter es auch ist: Wir befinden uns in einem scheinbar unauflöslichen Dilemma. Als Christen leben wir in der festen Überzeugung: Krieg darf nach Gottes willen nicht sein. Doch Frieden ist zurzeit nicht in Sicht.
So werden wir uns unweigerlich schuldig machen. Jede und jeder von uns. Wir machen uns schuldig, wenn wir den Menschen in der Ukraine nicht helfen, ihr Leben gegen den Aggressor zu verteidigen und ebenso machen wir uns schuldig, wenn wir Waffen liefern, die
andere töten werden oder sogar das Kriegstreiben verschlimmern.
Letztlich wird es so sein, dass, gemessen an unseren christlichen Grundüberzeugungen, niemand aus dieser verheerenden Krise in  Europa schuldlos herauskommt, weil der Krieg selbst das Böse ist. Es gibt keinen gerechten Krieg. Auf die drängende Frage, wie
kommen wir aus dem ungerechten Krieg in einen gerechten Frieden, haben wir noch keine hilfreiche Antwort gefunden.
Für die Ukraine genauso wenig wie für Afghanistan, für Syrien genauso wenig wie für Mali. Was also bleibt?
Aus meiner Sicht nur eins: Als Christen dürfen wir das Vertrauen auf die Kraft des Friedens nicht aufgeben und müssen alles dafür tun. Die Hoffnung müssen wir festhalten, dass Gott uns vergeben und unsere Füße auf den Weg des Friedens richten wird - weg von der
Gewalt, hin zum Dialog in diesem sinnlosen Krieg.
Lasst uns Gott händeringend und ohne Unterlass um diesen Frieden bitten und zugleich den bedrängten Menschen so viel Hilfe leisten, wie nötig ist. Wer den Frieden will, muss den Frieden vorbereiten. Gerade in so schwieriger Zeit. Gott ist an unserer Seite. Er hilft uns, auf Böses mit Gutem zu antworten. Darauf dürfen wir vertrauen. Durch die Kraft seiner Liebe und seines Friedens in Jesus Christus. Aus dieser Kraft leben wir.

Amen.

Ihre Stephanie von Lingen
Superintendentin im Ev.-luth. Kirchenkreis Leine-Solling

Passion ? Osterandacht !

Das Osterlachen

Lieber Leser, liebe Leserin!

„Der Herr ist auferstanden, Halleluja. Er ist wahrhaftig auferstanden, Hallelujaaaaa!“

Wann haben Sie das letzte Mal so richtig herzhaft gelacht – so sehr, dass Sie kaum noch Luft bekamen? Sie können sich nicht erinnern? Und Sie wissen auch nicht wie, wenn eine Krise, eine schreckliche Nachricht die andere jagt? Bald ist Ostern, das wäre eine gute Gelegenheit!
An Ostern, wenn die Passionszeit, der dunkle Karfreitag hinter uns liegen, da dürfen wir lachen bis uns die Tränen kommen. Hallelujahahaha – alle unsere Osterlieder im Gesangbuch machen es uns vor: Alles dürfen wir an Ostern herauslachen, was uns in der letzten Zeit quer im Halse stecken geblieben ist: Alles Traurige, das viele Leid um uns herum und alles Misslungene: An Ostern ist es soweit.
„Fürchtet euch nicht, er ist nicht hier“, sagt der Engel zu den Frauen am Grab. Und die beiden Frauen begreifen nach und nach: Tod und Leid können uns nichts mehr anhaben, weil Jesus Christus auferstanden ist. Weil er lebt und mit seiner Liebe bei uns bleibt. Jetzt und immer. In der alten Kirche bis ins Mittelalter hinein gehörte das Oster-lachen – das „risus pascalis“ – ganz  selbstverständlich zu Ostern dazu. Ostern - das war und ist bis heute ein fröhliches Fest. Frühjahrsputz für die Seele sozusagen.

Lachen dürfen wir, ja sollen wir! Lachen, bis alles weggefegt ist, was uns bedrückt.
Darum war es früher gute Tradition im Ostergottesdienst auch schon mal den einen oder anderen Witz zu erzählen. Zum Beispiel den: Kommt der Pastor geradewegs darauf zu, wie eine ältere Dame der Gemeinde stolpert und flach auf den Rücken fällt. Selbstverständlich eilt er sofort zur Hilfe und meint dann scherzhaft, „Na, gnädige Frau, hab ich nun ein Lob für meine Predigt bei Ihnen gut?“ Schaut die alte Dame ihn entrüstet an und meint: „Herr Pastor, darf ich Sie darauf aufmerksam machen, dass ich auf den Rücken gefallen bin und nicht auf den Kopf?“
An Ostern ist Lachen ausdrücklich erwünscht, liebe Gemeinde, gerade und ganz besonders in der Kirche. Tag für Tag müssen wir damit klarkommen, dass das Leben nicht nur leicht ist - da sind die Mühen des Alterns, die Sorge um das Klima und die Weltpolitik, die Traurigkeit über unsere Vergänglichkeit, eine verlorene Liebe, all die Schatten, über die wir nicht springen können, die kleinen und die großen. Frohe Ostern! Das ist nicht bloß so dahingesagt. Ostern ist alles anders! An Ostern entscheidet sich, wo wir Christen herkommen. Karfreitag ohne Ostern wäre unerträglich.

Pfingsten, unsere Kirche würde es erst gar nicht geben. Unser christlicher Glaube ist Osterglaube! Schmerzen und Leid, Tod und Traurigkeit – nein, sie werden nicht verschwinden aus unserem Leben, aber sie haben nicht das letzte Wort. Jederzeit ist das Unmögliche möglich.
Ostern heißt, dass Gott uns verspricht, dass seine Liebe zu uns Menschen niemals aufhört, dass er bei uns ist an hellen wie an dunklen Tagen. Dass er an unserer Seite bleibt und uns hält– auch durch den Tod hindurch. Ostern steht über allem.
Meist braucht es Zeit, bis ich wirklich begreife, was mir an Ostern geschenkt wird, wie mein Leben durch Gottes Liebe und seinen Frieden lebenswerter wird, nochmal ganz anders, ganz neu werden kann. Einen Engel braucht es manchmal dazu, eine gute Freundin, die mir von ihren Glaubenserfahrungen erzählt und mir hilft, auf Gottes Liebe zu zählen. Ja auch das gemeinsame Singen
und Beten und die Gemeinschaft gehören dazu.

Und manchmal, ja manchmal ist es vielleicht auch einfach der eine. Der eine, der mir begegnet, der mit mir weint oder eben auch mit mir lacht... und sagt: „Fürchte dich nicht! Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden, Halleluja. Jesus, der
Gekreuzigte: er lebt. Und mit ihm lebst du.“
Ich wünsche Ihnen von Herzen frohe Ostern, strahlenden Sonnenschein, erfüllende Begegnungen und vor allem: ein befreiendes Lachen, wohin auch immer Sie an Ostern unterwegs sein werden – Gott segne und behüte Sie!

Ihre Stephanie von Lingen,
Superintendentin im Ev.-luth. Kirchenkreis Leine-Solling