Sommersingen

Die Ev. Kirchengemeinde Angerstein lädt ein zu einem „Sommersingen“mit Andacht
am Samstag, dem 29.08.2026 um 17 Uhr in der Ev. Kirche Angerstein ein. Auf dem
Programm stehen Werke (Solo- und Chorgesang) aus 500 Jahren Musikgeschichte.
Es wirken mit:
Gemeindechor Angerstein und Freunde, Madrigalensemble Göttingen, ein
Instrumentalensemble unter der Leitung von Johann Sebastian Sommer
(Violoncello), Hedvig Szakacs, Cembalo und Orgel Helmut Moldenhauer, Klavier u.
Chorleitung.
Die musikalische Leitung hat Eva-Maria Schröder-Becker Die Andacht hält:
Pastor Detlef Geiken. Nach dem Konzert lädt die Kirchengemeinde zu einem
Buffet und Grillabend ein. Der Eintritt ist frei, um eine Spende am Ausgang
wird gebeten.
Eva-Maria Schröder-Becker

Aktuelle Termine



Wichtig für unsere Zeit – Haltung zeigen

Lieber Leser, liebe Leserin!
Vor über 500 Jahren stand Martin Luther vor dem Reichstag in Worms und sollte seine Schriften widerrufen. Aber er folgte seinem Gewissen, denn er hatte durch die Heilige Schrift erfahren, dass ihn die frohe Botschaft von der Gnade und Liebe Gottes von eigenen Ängsten befreit hatte. Luther zeigte Haltung und Zivilcourage, obwohl er wusste, dass ihn dies persönlich in große Bedrängnis bringen würde.
Haltung zeigen – auch heute ganz aktuell. Dabei ist aber zu bedenken, dass Haltung zeigen auch ein schillernder Begriff ist, denn Hass und Gewalt werden auch unter dem Deckmantel der Standhaftigkeit proklamiert.
Deshalb stellt sich die Frage, wie im 21. Jahrhundert aus christlichem Glauben heraus Gesellschaft mutig mitzugestalten ist. Für Luther war seine Gewissensentscheidung an Gottes Wort und damit an seinen Glauben gebunden.
Luther hatte das Evangelium nicht nur als Glaubenswahrheit entdeckt, sondern als Glaubenskraft gerade in schwierigen Zeiten.
Für ihn war klar: das Evangelium ist kein Schutz vor Rückschlägen, schweren Lebenserfahrungen. Aber es ist eine große Kraft, in all dem nicht zu verzweifeln. Es ist eine Kraft, standhaft bleiben zu können. Und es ist eine Kraft, für andere da zu sein – auch in großer Not.
Als 1527 die Pest wütete, schrieb Luther, wozu der Glaube ihn veranlasst hat. Er empfahl, vorsichtig zu sein und Orte und Personen zu meiden. Aber zum anderen war für ihn auch klar: „Wo aber mein Nächster mein bedarf, will ich weder Orte noch Personen meiden, sondern frei zu ihm gehen und helfen.“
Glaube schützt nicht vor Gefahren. Der Glaube kann aber Kraft geben, in Sorgen und Angst nicht zu zerbrechen. Und der Glaube leitet an, die Vernunft einzusetzen und im helfenden Sinn füreinander da zu sein und Verantwortung zu übernehmen für unsere Welt. Dieser Glaube kann Orientierung in Krisen geben und auch die Aufgaben angehen, die in der Welt sind.
Wir brauchen Mut und den Willen zur Veränderung, denn wir müssen dem Klimawandel entgegenwirken, politischem Totalitarismus entgegentreten.
Das Evangelium ist Ruf und Berufung Gottes, als freie Menschen verantwortungsvoll und gewissenhaft miteinander zu leben. Haltung zeigen – mit jeder mutigen Handlung, die von der Liebe zu den Menschen getragen wird.
Herzlichst, Ihr Pastor Uwe Völker