Aktuell

Wie geht es weiter in der Gemeinde?

 

Corona & Co zeigen uns deutlich: Fast nichts ist und wird auch nicht mehr, wie es war! Und Wir müssen uns verändern! In diesen turbulenten Zeiten ist eine der wichtigsten Erkenntnisse, dass man beides benötigt: Einen Plan (Wo soll’s hingehen?) und die Fähigkeit, auch ‚das Unerwartete‘ zu managen.
Auch die Verantwortlichen der Angersteiner Kirchengemeinde haben sich angesichts

  • des absehbaren personellen Wechsels (Weggang Pastor Lammer in 2022),
  • der strukturellen Neuordnung der pastoralen Versorgung (Verbund der evangelischen Gemeinden unter der Plesse: Gesamtzahl Mitglieder ca. 11.000 bei 8 Pastoren)
  • und finanziellen Veränderungen (Rückgang der kirchensteuerzahlenden Mitglieder)

den Entwicklungen gestellt und nicht entmutigen lassen, sondern – dem EKD-Motto folgend, sich „Hinaus ins Weite“ (2. Sam 22,20) gewagt und Folgendes einfallen lassen.

Erstens: Die Ausgangslage

1. Die sozusagen aus der Not geborenen Zusammenarbeit mit der reformierten Kirchengemeinde Northeim hat sich über die
letzten 15 Jahre hinweg zur Überraschung vieler ausgesprochen erfreulich entwickelt (Ziel: Gemeindeverband; originelle Zusammenarbeit in konzeptionellen Fragen; vielversprechende neue Angebote/Formate/Begegnungsformen usw.).
2. Die Dualität von klassisch kirchlicher Ortsgemeinde Angerstein und Verstreuten-Gemeinde Northeim (zwischen Oberweser und Oberharz) hat zur wechselseitigen Befruchtung beigetragen, Kirche für die Zukunft aufzustellen.
3. Das Lamentieren in Richtung ‚Immer weniger Menschen haben uns lieb‘ und kehren der Kirche den Rücken, das soll in unserer Zukunftsarbeit jedenfalls ganz wenig Platz haben:

  • Wir gestehen uns zunächst ein, das ist die ernüchternde Erkenntnis, dass wir an unserer angestammten Aufgabe mehr arbeiten müssen und können, also ermutigt, energiereich und auf attraktive Weise Kirche noch mehr ins Gespräch zu bringen, also die den Menschen in unserer Region wirklich wichtigen und richtigen Fragen aufzugreifen und mehr gemeinsam den richtigen und hilfreichen Antworten auf die Spur zu kommen.
  • Wir setzen auf Perspektiven, die Mut machen! Wir wollen noch mehr Menschen erreichen, die ihre Teilhabe(chancen) entdecken, um an einer vielfältigen, gleichwohl glaubensspezifisch reflektierten und im Ergebnis die Menschen stärkenden und frohmachenden Gemeindeentwicklung mitzuarbeiten.

Zweitens: Das Profil der beiden Kirchengemeinden

Wenn wir von Profil sprechen, dann wollen wir erreichen, dass die Menschen ‚  auf einen Blick’ erkennen, wofür der Verbund Angerstein-Northeim steht. Dabei lassen wir uns von der Erkenntnis leiten: Jede Gemeinde soll einen Pastor haben, aber gleichzeitig verstärkt Aufgaben für die Nachbargemeinden und die Landeskirche wahrnehmen.

In Angerstein soll u.a. dem Zuwachs junger Familien mehr Rechnung getragen werden: Was sind deren Herausforderungen? Was ist anspruchsvolle
Erziehung mit christlicher Bildung in Elternhaus und Schule? Schließlich begleitet doch – nicht nur nach afrikanischem Sprichwort – eine ganze Gemeinde die Entwicklung von Kindern.
Auf den Punkt gebracht:
Ziel ist neben der traditionellen Gemeindearbeit ein Kompetenzzentrum kirchliche Bildung. Hierzu passend sind unsere Bemühungen, dass Pastorinnen und Pastoren verstärkt in den Religionsunterricht der Schulen eingebunden werden.

In Northeim wird den Bedürfnissen der weit verstreut wohnenden Mitglieder mehr Rechnung getragen, die wir dank Corona besser kennenlernen konnten:
Begegnungen werden‚ weniger und intensiver sein (geistliche Konzerte; Gottesdienste mit Mittagessen/Wanderung; Gesprächsreihen; Ökumene). Zum anderen werden mediale Errungenschaften mit didaktischem Anspruch viel konsequenter genutzt werden (Gottesdienste/ Nachgespräche/Diskussionen im Internet). Basierend auf Untersuchungen und mit Einbeziehung wissenschaftlicher und gesamtkirchlicher Expertise soll neben der traditionellen Gemeindearbeit ein Kompetenzzentrum kirchlicher Medienarbeit entstehen.

Der Pfiff liegt darin, dass sich – betont mit dem zweigeteilen Ginkoblatt als Symbol für Hoffnung und Lebenskraft – Angersteiner und Northeimer Perspektiven verschränken und befruchten sollen.

Das Überraschende: Wir wollen Kirche nicht ‚weiter so‘ verwalten, sondern ‚heiter so‘ gestalten. Dafür brauchen wir nicht weniger Ressourcen, sondern vor allem mehr Gemeinsamkeiten in der Frage „Wie wollen wir Kirche verändern, um sie zu bewahren?“