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Adventskonzert 2016

Konzert zum Advent am Sonntag, dem 4.12. 2016 um 17 Uhr in der Evangelischen Kirchengemeinde Angerstein.

Gott spricht: Wendet euch mir zu, und lasst euch erretten, ihr Menschen aus den fernsten Ländern der Erde. Jes. 45, 2

Liebe Leserin, lieber Leser!

Weit war der Weg bis zu dieser Erkenntnis und noch weiter wird der Weg sein, bis sich die Erkenntnis in den Köpfen der Menschen durchsetzen wird: Gott ist einer und dieser eine ist in gleicher Weise allen Menschen zugewandt, die auf unserer Welt leben. Denen, die ihm fern stehen nicht weniger als denen, die sich seiner Nähe bewusst sind.


Israel hat Jahrhunderte gebraucht, um zu dieser Einsicht zu gelangen und bezeichnend ist, dass sie zuerst formuliert wurde, als das Selbstbewusstsein dieses Volkes einer äußersten Belastungsprobe unterworfen war. Damals im babylonischen Exil im sechsten Jahrhundert vor Christi Geburt, fernab vom Tempel , abgeschnitten von der Sicherheit religiösen Traditionen, begann sie sich durchzusetzen: Nicht nur auf unserer Errettung ist der Wille Gottes gerichtet, sondern er gilt gleichermaßen allen Völkern bis in die fernsten Länder dieser Erde. Das ist kein Gott, der unsere nationalen Interessen und Wünsche rechtfertigt, gar gegen die Wünsche und Interessen anderer Menschen oder Völker. Der Gott, mit dem wir es zu tun bekommen haben, will, dass allen Menschen geholfen werde und alle zum wahrhaftigen Leben gelangen.


Ich glaube nicht, dass wir die Bedeutung dieser Erkenntnis überschätzen, geschweige denn auf sie verzichten können. Gerade heute nicht, weil der Egoismus schrankenlos zu werden droht; gerade heute nicht, weil ein gefährliches Freund Feind Denken wieder stärker um sich greift und einige schon vom Kampf der christlichen und islamischen Kulturen sprechen; gerade heute nicht, weil die gewaltsame Lösung von Konflikten immer selbstverständlicher zu werden droht.


Ich bin davon überzeugt, dass gegen diese fatalen Entwicklungen allein der Glaube helfen kann. Der Glaube an den einen Gott, der das Gute für alle Menschen will, sie mögen uns nahe stehen oder fremd sein. Nur mit diesem Glauben ist eine wahre Humanität möglich, ohne ihn verkommt alle Ethik früher oder später zur Dschungelmoral: zum (Un-) Recht des Stärkeren.


Gott ist allen Menschen gleichermaßen zugewandt und im Glauben an ihn sind die Widersprüche unter denen die Welt leidet schon überwunden, da hat die Versöhnung schon stattgefunden, da ist der Feindschaft unter den Menschen die Grundlage entzogen.


Diese Zuwendung Gottes ist in Jesus Christus konkret geworden und wir feiern sie im Advent. Sie ist die frohe Botschaft, die allem Volk widerfahren soll, ist der Friede, der begonnen hat und der sich durchsetzen wird - allem Anschein zum Trotz.


Eine friedliche Adventszeit und ein gesegnetes Weihnachtsfest wünscht Ihnen


René Lammer, Pastor